Axon-Planungssoftware: Häufige Fragen

Zur modernen Radiochirurgie gehört nicht nur das Bestrahlungsgerät, sondern auch die Software, die jede Behandlung plant. Für das ZAP-X, wie es das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen einsetzt, ist das die Planungssoftware Axon, die seit November 2025 in Europa und den USA zugelassen ist.

Was ist die Planungssoftware Axon?

Axon ist die Bestrahlungsplanungs-Software für das radiochirurgische System ZAP-X. Sie legt fest, wie die Strahlung im Detail auf den Tumor gerichtet wird, und wurde speziell für die Radiochirurgie am Kopf entwickelt.

Die Software deckt den gesamten Ablauf ab, von der Zusammenführung der Bilder über das Einzeichnen der Zielstrukturen und die Berechnung der Dosisverteilung bis zur Freigabe des Plans. Sie wurde parallel zum ZAP-X entwickelt und ist eng auf dessen Technik abgestimmt.

Was macht die Planungssoftware Axon anders als bisherige Systeme?

Axon ist ausschließlich für die Radiochirurgie am Kopf konzipiert und nutzt einen leistungsfähigen Optimierer, der in Sekunden mehrere Behandlungspläne berechnet und miteinander vergleicht. Die wichtigsten Unterschiede:

  • ausschließlich für die Radiochirurgie am Kopf, ohne den Ballast universeller Ganzkörper-Software
  • ein intelligenter Optimierer, der viele Planvarianten in Sekunden gegeneinander abwägt
  • gezielter Schutz kritischer Hirnstrukturen bei der Verteilung der Strahlendosis
  • vollständig auf moderner Web-Technologie aufgebaut und auf die Einbindung von KI ausgelegt
  • durchgängiger Ablauf von der Bildzusammenführung bis zur Freigabe des Plans

Diese Kombination macht die Planung nicht nur schneller, sondern erlaubt es auch, für jeden Fall gezielt die beste Lösung auszuwählen.

Ist Axon eine KI-Software?

Axon gilt als KI-fähige Planungssoftware. Sie ist vollständig auf moderner Web-Technologie aufgebaut und darauf ausgelegt, künstliche Intelligenz einzubinden. Im Kern arbeitet ein leistungsfähiger mathematischer Optimierer, der viele Planvarianten berechnet und vergleicht.

Wichtig ist die Einordnung: Die künstliche Intelligenz übernimmt die Planung nicht allein. Die ärztliche Entscheidung bleibt zentral, und die Software unterstützt sie. Künftig könnten unterstützende KI-Werkzeuge die Planung weiter beschleunigen und vereinheitlichen.

Wie schnell erstellt Axon einen Bestrahlungsplan?

Sehr schnell. Was in älteren Systemen rund 20 Minuten dauern konnte, gelingt mit Axon in etwa 30 bis 45 Sekunden.

Dieser Zeitgewinn ist kein Selbstzweck. Er erlaubt es, in derselben Zeit viele Planvarianten durchzurechnen und zu vergleichen, statt sich mit der erstbesten Lösung zu begnügen. So lässt sich für jeden Fall der Plan finden, der Tumor und gesundes Gewebe am besten in Einklang bringt.

Wird gesundes Gewebe durch Axon besser geschont?

Ja, eine bessere Planung trägt dazu bei, gesundes Gewebe zu schonen. Weil Axon viele Planvarianten vergleicht und kritische Strukturen gezielt berücksichtigt, lässt sich die Dosis genauer auf den Tumor begrenzen.

Die volle Dosis wird im Tumor gebündelt und fällt zu den Rändern hin rasch ab. Empfindliche Strukturen wie Sehnerven oder Hirnstamm werden dadurch besser geschützt. Wie gut das gelingt, hängt immer vom Einzelfall ab, doch eine präzise Planung ist dafür die entscheidende Voraussetzung.

Wie wirkt sich eine präzisere Planung auf die Behandlung für Patientinnen und Patienten aus?

Eine präzisere Planung bedeutet, dass die Strahlung genauer auf den Tumor begrenzt und das umliegende Gewebe weniger belastet wird. Für Betroffene heißt das vor allem ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen.

Gerade im Gehirn, wo Sehen, Hören, Bewegung und Denkfähigkeit auf engstem Raum beieinanderliegen, ist dieser Schutz entscheidend. Je genauer sich die Dosis an die Form des Tumors anschmiegt, desto besser bleiben wichtige Funktionen erhalten.

Bedeutet eine bessere Planungssoftware weniger Behandlungssitzungen?

Nein, nicht unmittelbar. Wie viele Sitzungen nötig sind, richtet sich nach Art, Größe und Lage der Erkrankung, nicht nach der Planungssoftware.

Die Radiochirurgie erfolgt ohnehin häufig in einer einzigen Sitzung. Eine präzise Planung ist die Voraussetzung dafür und hilft zusätzlich, mehrere Herde in einer Sitzung sauber gegeneinander abzugrenzen. Die Software verbessert also die Qualität der Behandlung, nicht die medizinisch notwendige Zahl der Sitzungen.

Seit wann ist Axon zugelassen?

Axon erhielt im November 2025 gleichzeitig die europäische CE-Kennzeichnung und die Freigabe der US-amerikanischen Behörde FDA. Damit ist der klinische Einsatz sowohl in Europa als auch in den USA möglich.

Diese doppelte Zulassung gilt als Innovationsschritt, weil sie eine speziell für die Radiochirurgie am Kopf entwickelte Planung breit verfügbar macht.

Wer hat Axon entwickelt?

Axon wurde von ZAP Surgical Systems entwickelt, dem Unternehmen hinter dem ZAP-X. Gegründet wurde es von dem Stanford-Neurochirurgen Prof. John R. Adler, der auch als Erfinder des CyberKnife gilt.

Weil Software und Gerät aus einer Hand stammen und parallel entwickelt wurden, sind sie eng aufeinander abgestimmt. Das ist einer der Gründe, warum sich die hohe Präzision des ZAP-X in der Planung mit Axon voll ausschöpfen lässt.

Ist Axon für das ZAP-X am Alfried Krupp Krankenhaus relevant?

Ja. Das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen betreibt das ZAP-X, für das Axon die zugehörige Planungssoftware ist. Mit der Zulassung Ende 2025 steht diese speziell für die Radiochirurgie am Kopf entwickelte Planung für den klinischen Einsatz bereit.

Als einer der frühen ZAP-X-Standorte in Deutschland profitiert das Haus unmittelbar von dieser Entwicklung. Der Fortschritt betrifft dabei nicht das sichtbare Gerät, sondern die Software im Hintergrund, die dafür sorgt, dass die vorhandene Technik ihr volles Potenzial erreicht.